DTF-Druck und DTF-Drucker: von der Datei bis aufs Shirt

DTF hat in wenigen Jahren den Textildruck umgekrempelt. Der Grund ist einfach: Man druckt auf einen Film statt auf den Stoff, und dieser Film passt auf jedes Textil — heller Baumwollstoff, dunkler Polyesterpulli, Arbeitsjacke, Rucksack. Kein Vorbehandeln, keine Siebe, keine Mindestauflage.

Diese Seite erklärt das Verfahren vollständig: den Ablauf, was Sie an Maschinen und Material brauchen, worin es sich von Sublimation und Flexfolie unterscheidet — und wo die Fallstricke liegen.

So läuft DTF ab

Die sechs Schritte des DTF-Drucks Drucken auf Film, Kleberpulver auftragen, Überschuss abschütteln, im Ofen gelieren, auf das Textil pressen, Film abziehen. Der Weg eines DTF-Transfers 1 Drucken Motiv spiegelverkehrt auf den PET-Film, Farbe zuerst, dann Weiß 2 Pulvern Kleberpulver auf die noch nasse Tinte 3 Abschütteln was nicht auf der Tinte liegt, muss weg 4 Gelieren im Ofen oder Shaker, bis das Pulver glasig wird 5 Pressen auf das Textil, mit Druck und Hitze 6 Abziehen kalt oder heiß — je nach Film Zwischen Schritt 4 und 5 darf der Film liegen bleiben: Ein gelierter Transfer hält monatelang. Das ist der eigentliche Vorteil des Verfahrens — drucken auf Vorrat, pressen auf Zuruf.

1. Drucken

Das Motiv wird spiegelverkehrt auf einen beschichteten PET-Film gedruckt — erst die Farbe, dann eine deckende Schicht Weiß darüber. Das Weiß ist entscheidend: Ohne diese Schicht verschwindet jede Farbe auf dunklem Stoff.

2. Pulvern

Auf die noch nasse Tinte kommt Kleberpulver. Es bleibt nur dort haften, wo Tinte liegt — das ist der ganze Trick. Deshalb muss es sofort geschehen, bevor die Tinte antrocknet.

3. Abschütteln

Alles, was nicht auf der Tinte liegt, muss weg. Bleibt Pulver auf freien Flächen, klebt der Transfer später dort, wo er nicht soll — man sieht einen matten Schleier um das Motiv.

4. Gelieren

Das Pulver wird erhitzt, bis es glasig wird und mit der Tinte verschmilzt. Es soll nicht vollständig durchschmelzen — nur gelieren. Zu heiß, und die Klebekraft ist beim Pressen schon verbraucht.

5. Pressen

Der fertige Transfer kommt mit der Transferpresse aufs Textil. Zeit, Temperatur und Druck richten sich nach Pulver und Stoff — die Angaben des Pulverherstellers sind hier maßgeblich, nicht die Erfahrung vom letzten Material.

6. Abziehen

Der Film wird abgezogen. Ob kalt oder heiß, hängt vom Film ab — und es ist kein Detail: Ein Kaltabzieh-Film, den man heiß abzieht, reißt das Motiv mit. Danach noch einmal kurz nachpressen, das macht die Oberfläche matt und den Griff weicher.

Wie ein Transfer aufgebaut ist

Schichtaufbau eines DTF-Transfers Von oben nach unten: PET-Film, Farbschicht, deckendes Weiß, Kleberschicht aus aufgeschmolzenem Pulver, darunter das Textil. Wie ein DTF-Transfer aufgebaut ist PET-Film wird am Ende abgezogen Farbschicht CMYK, zuerst gedruckt Weiß deckt ab, damit die Farbe auf dunklem Stoff steht Kleberschicht das aufgeschmolzene Pulver Textil Baumwolle, Mischgewebe, Polyester Gedruckt wird von oben nach unten in umgekehrter Reihenfolge: erst die Farbe, dann Weiß, dann das Pulver. Auf dem Textil liegt es dann richtig herum.

Gedruckt wird in umgekehrter Reihenfolge: zuerst die Farbe, dann das Weiß, dann das Pulver. Auf dem Textil liegt am Ende alles richtig herum, und die Farbe sitzt oben.

Was Sie für DTF brauchen

DTF ist keine einzelne Maschine, sondern eine Kette. Jedes Glied muss passen — das ist der Punkt, an dem die meisten Einsteiger unterschätzen, was auf sie zukommt.

WasWofürWorauf es ankommt
DTF-DruckerFarbe und Weiß auf den FilmWeißkanal mit Umwälzung — weiße Tinte setzt sich ab
PulverstationPulver auftragen und abschüttelnvon Hand für Einzelstücke, Shaker für Serie
Ofen oder Shakergelierengleichmäßige Temperatur über die ganze Bahnbreite
Transferpresseaufs Textil bringengleichmäßiger Druck; eine verzogene Platte ruiniert jeden Transfer
AbsaugungPulverstaubwird gern vergessen — das Zeug verteilt sich überall

Verbrauchsmaterial: PET-Film (kalt oder heiß abziehbar), Kleberpulver in verschiedenen Körnungen, DTF-Tinte einschließlich Weiß.

Wer liefert was: Von Mimaki kommen Drucker, Tinte und die RIP-Software RasterLink7, die bei der TxF-Serie zum Lieferumfang gehört. Film, Pulver, Pulverstation und Presse stammen von Spezialherstellern — die stellen wir passend zum Drucker zusammen.

Auf die Breite achten: TxF150-75 und TxF300-75 drucken 80 cm breit. Eine Pulverstation für 60 cm Film verschenkt ein Viertel der Bahn — Drucker, Film und Station sollten dieselbe Breite haben.

Rolle oder Bogen?

Für den Einstieg reichen Bogen: drucken, pulvern, in den Ofen, fertig. Wer in Serie fährt, kommt an einer Rollenanlage mit angeschlossenem Shaker nicht vorbei — dort läuft die Bahn ohne Anfassen durch Pulverung und Trocknung. Der Unterschied ist nicht die Qualität, sondern wie viele Handgriffe pro Motiv anfallen.

DTF, Sublimation, Flexfolie oder Direktdruck?

Die häufigste Frage — und die Antwort hängt fast immer am Stoff und an der Auflage.

VerfahrenGeht aufStärkeGrenze
DTFfast alles: Baumwolle, Polyester, Mischgewebe, hell und dunkelein Verfahren für alle Textilien, keine Vorbehandlung, ab Stückzahl 1Griff spürbar, Motivkante sichtbar
Sublimationnur helles PolyesterFarbe geht ins Gewebe, kein Griff, sehr haltbarauf Baumwolle unmöglich, auf Dunklem unmöglich
Flex- und Flockfoliedie meisten Textiliensehr haltbar, kräftige Farbe, günstig bei einfarbigjede Farbe einzeln schneiden und entgittern
Direktdruck (DTG)vor allem Baumwolleweichster Griff, feinste VerläufeVorbehandlung nötig, auf Polyester schwierig
Direct to FabricMeterware von der RolleStoff wird vor dem Nähen bedruckt, z. B. mit der Mimaki Tx330-1800 ohne Vorbehandlung und Dämpfennichts für fertige Shirts, Anlage für größere Mengen

Kurz gesagt: Wer nur helle Polyestertextilien bedruckt, fährt mit Sublimation besser. Wer einfarbige Vereinslogos in Serie macht, mit Flexfolie. Wer alles bedienen können muss, was zur Tür hereinkommt, nimmt DTF.

Achtung, Verwechslungsgefahr: DTF steht im Textildruck für Direct to Film, den Umweg über die Transferfolie. Direct to Fabric meint den Direktdruck auf Stoff von der Rolle — ein anderes Verfahren mit anderen Maschinen, siehe Textildrucksysteme.

UV-DTF ist etwas anderes

Der Name führt in die Irre. UV-DTF hat mit Textil nichts zu tun. Dabei entsteht ein Aufkleber aus UV-Tinte, der auf harte Oberflächen übertragen wird — Gläser, Flaschen, Dosen, Gehäuse, auch auf gewölbte. Kein Pulver, keine Presse, keine Hitze: Der Transfer wird aufgerieben, die Trägerfolie abgezogen.

Für Werbeartikel und Veredelung ist das ein eigenes Geschäft — nur eben ein anderes als DTF auf Textil.

Haltbarkeit und Waschen

Ein sauber verarbeiteter DTF-Transfer übersteht die üblichen Haushaltswäschen ohne Weiteres. Die Zahlen, die im Netz kursieren, sind aber mit Vorsicht zu genießen — sie hängen an Pulver, Presszeit und Textil. Verlassen Sie sich nicht auf Angaben, sondern machen Sie einen eigenen Waschtest, bevor Sie eine Serie zusagen.

Was Sie Ihren Kunden mitgeben sollten:

  • auf links waschen, bei 30 bis 40 Grad
  • nicht direkt auf dem Motiv bügeln
  • keinen Weichspüler — er legt sich zwischen Faser und Kleber
  • Trockner meiden, jedenfalls die ersten Wäschen

Was in der Praxis schiefgeht

  • Die weiße Tinte setzt sich ab. Weiß ist die einzige Tinte mit Pigmenten, die absinken. Ohne regelmäßige Umwälzung verstopft der Kanal. Wer den Drucker über Wochen stehen lässt, findet ihn zugesetzt vor — das ist der häufigste Schaden bei DTF-Maschinen.
  • Pulver auf freien Flächen. Zu wenig abgeschüttelt. Man sieht es erst nach dem Pressen, als matten Rand um das Motiv.
  • Zu heiß geliert. Der Kleber ist schon verbraucht, bevor er das Textil erreicht. Der Transfer sitzt anfangs, löst sich aber beim ersten Waschen an den Kanten.
  • Falsch abgezogen. Kaltabzieh-Film heiß abgezogen: Das Motiv reißt. Steht auf jeder Filmpackung — und wird trotzdem verwechselt, wenn zwei Sorten im Regal liegen.
  • Die Presse drückt ungleichmäßig. Eine verzogene Platte oder ein zu dickes Textil unter der Naht: An der Stelle mit weniger Druck hält es nicht.
  • Feuchtes Pulver. Kleberpulver zieht Wasser. Offen stehen gelassen, klumpt es und lässt sich nicht mehr gleichmäßig auftragen. Dicht verschließen.
  • Zu wenig Weiß. Auf dunklem Stoff wird das Motiv stumpf. Die Weißmenge ist eine Einstellung im RIP — und sie kostet Tinte, weshalb gern zu sparsam eingestellt wird.

Rechnet sich das?

DTF rechnet sich dort, wo Vielfalt gefragt ist: unterschiedliche Textilien, kleine Auflagen, kurzfristige Aufträge. Ein Siebdrucker schlägt Sie bei 500 gleichen Shirts — aber er kann keine drei Einzelstücke am Nachmittag machen.

Der zweite Hebel steckt im Ablauf: Ein gelierter Transfer hält monatelang. Sie können auf Vorrat drucken, wenn die Maschine ohnehin läuft, und pressen, wenn der Auftrag kommt. Das entkoppelt Druck und Auslieferung — ein Vorteil, den kein anderes Textilverfahren so bietet.

Was Sie einrechnen sollten: Neben Maschine und Material kostet DTF Aufmerksamkeit. Die weiße Tinte will bewegt werden, das Pulver will trocken bleiben, die Presse will kontrolliert werden. Eine DTF-Anlage ist nichts, was man nebenbei einmal die Woche anwirft.

DTF-Drucker von Mimaki im Vergleich

Die Mimaki TxF-Serie gibt es in drei Stufen – vom Einstieg bis zur Produktion auf 160 cm Breite. Alle drei drucken mit der wasserbasierten Pigmenttinte PHT50 in Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz und Weiß.

ModellDruckbreiteGroße T-Shirts pro Stunde*Einsatz
Mimaki TxF150-75800 mm22 (2,6 m²/h)Einstieg in die eigene DTF-Produktion
Mimaki TxF300-75800 mm62 (7,5 m²/h)Etwa dreifache Leistung, zwei Druckköpfe
Mimaki TxF300-16001.610 mm84 (10,0 m²/h)Große Breite für hohe Stückzahlen

* Herstellerangabe im Produktionsmodus: Motive von 360 × 280 mm nebeneinander auf 800 mm Breite.

Neu in der Serie: Die TxF300-75Plus (seit 2026) hat zusätzliche Steckplätze für Weiß und wechselt Kartuschen im laufenden Druck — damit läuft sie 8 bis 9 Stunden ohne Eingriff. Die TxF330-800, im September 2026 vorgestellt, druckt ebenfalls 80 cm breit, etwa anderthalbmal so schnell wie die TxF300-75 und wahlweise mit erweitertem Farbraum. Den Liefertermin für Deutschland nennen wir Ihnen auf Anfrage.

Was die TxF-Drucker im Alltag stabil macht:

  • Weißtinten-Zirkulation (MCT): Die weiße Tinte wird bis in den Ablauf umgewälzt, damit sich kein Pigment absetzt – weniger Düsenreinigungen, weniger verworfene Tinte.
  • Automatische Düsenprüfung (NCU) und Ersatzdüsen (NRS): Fehlende Düsen werden erkannt, gereinigt oder durch andere ersetzt, sodass weitergedruckt werden kann.
  • Tinte PHT50 mit OEKO-TEX ECO PASSPORT: geprüft nach einem internationalen Standard für die Sicherheit von Textilprodukten, im Aluminiumbeutel gegen Gaseinschlüsse.

Für Transfers auf harte Gegenstände statt Textil gibt es mit dem Mimaki UJV300DTF-75 einen UV-DTF-Drucker – siehe oben „UV-DTF ist etwas anderes“.

DTF-Drucker kaufen – Beratung und Vorführung bei Berlin

Alle Modelle mit technischen Daten finden Sie unter DTF-Drucker kaufen: Mimaki TxF-Serie. In unserem Showroom in Falkensee bei Berlin zeigen wir Mimaki-Maschinen im Betrieb – ob gerade ein TxF aufgebaut ist, sagen wir Ihnen bei der Terminabsprache. Zur Kette gehört außerdem eine Transferpresse; bei der Finanzierung helfen wir mit Leasing, Mietkauf oder Darlehen. Mehr zum Kaufablauf: Mimaki Händler Berlin & Brandenburg.

DTF bei Converter Solutions

Wir führen die Druckseite der Kette:

Für die übrigen Glieder — Pulver, Shaker, Ofen, Transferpresse — beraten wir Sie und stellen die Kette so zusammen, dass die Teile zueinander passen. Das ist bei DTF wichtiger als bei jedem anderen Verfahren: Ein Pulver, das nicht zum Film passt, oder ein Ofen, der über die Breite ungleichmäßig heizt, macht die beste Druckmaschine wertlos.

Sie überlegen, in DTF einzusteigen? Rufen Sie an — 03322 2790-0. Wir gehen mit Ihnen durch, was Sie bedrucken wollen, in welchen Stückzahlen, und was das für die Anlage bedeutet. Oder nutzen Sie das Anfrageformular weiter unten.

Häufige Fragen zu DTF-Druckern

Welcher DTF-Drucker ist für Einsteiger geeignet?

Der Mimaki TxF150-75: 80 cm Druckbreite, ein Druckkopf, wenig Platzbedarf und dieselbe Tinte wie die Produktionsmodelle. Wer später wächst, wechselt auf eine TxF300 und behält Presse und Arbeitsablauf.

Was brauche ich zusätzlich zum DTF-Drucker?

Film, Kleberpulver, eine Pulverstation oder einen Ofen zum Gelieren, eine Transferpresse und eine Absaugung. Die RIP-Software ist bei der Mimaki TxF-Serie dabei.

Welche Druckbreite ist für DTF sinnvoll?

Für Shirts, Hoodies und Taschen reichen 60 bis 80 cm — darauf passen mehrere Motive nebeneinander. 1,6 Meter wie bei der TxF300-1600 lohnen sich für große Motive, Sammelbögen und Heimtextilien.

Kann man einen normalen Drucker zum DTF-Drucker umbauen?

Umbauten aus Büro- oder Fotodruckern sind günstig, haben aber keine Umwälzung für die weiße Tinte, keine Herstellergarantie für DTF und keinen Service vor Ort. Für den gewerblichen Dauerbetrieb raten wir zu einem Industriegerät mit Originaltinte.

Lohnt sich ein eigener DTF-Drucker oder soll ich Transfers einkaufen?

Wer regelmäßig druckt, kurzfristig liefern muss oder viele Einzelmotive hat, fährt mit eigener Produktion besser. Bei wenigen Aufträgen im Monat ist der Zukauf oft günstiger. Wir rechnen das gern mit Ihren Zahlen durch.

Ist DTF dasselbe wie Direct to Fabric?

Nein. DTF steht im Textildruck für Direct to Film, also den Umweg über eine Transferfolie. Direct to Fabric bedruckt den Stoff direkt von der Rolle, zum Beispiel mit der Mimaki Tx330-1800.

DTF-Anlage anfragen

Sagen Sie uns, was Sie bedrucken wollen und in welchen Mengen. Wir stellen die passende Kette zusammen und melden uns innerhalb eines Werktags.

    Mit * gekennzeichnete Felder brauchen wir, um Ihre Anfrage bearbeiten zu können. Alles Übrige hilft uns, den Einsatz besser vorzubereiten — ist aber freiwillig.

    Ihre Angaben

    Was möchten Sie drucken?

    Was gehört in Ihr Set?

    Weiterlesen