Von Andruckrolle bis Wrapping: die Fachbegriffe aus Digitaldruck und Werbetechnik, kurz erklärt. Wir haben bewusst die Begriffe aufgenommen, über die in der Praxis am häufigsten Rückfragen kommen — mit dem, was für die tägliche Arbeit zählt, nicht mit Lehrbuchdefinitionen.

A

Andruckrolle

Gummierte Rolle, die das Medium im Schneideplotter gegen die Transportwalze presst. Ihre Position bestimmt, wie sauber das Material geführt wird: Sie muss immer über einer der geriffelten Transportzonen stehen, sonst verläuft der Schnitt über längere Bahnen.

Anpressdruck

Die Kraft, mit der das Messer ins Material gedrückt wird — meist in Gramm angegeben. Zu wenig Druck schneidet nicht durch, zu viel schneidet das Trägerpapier mit an und macht das Entgittern unmöglich. Jedes Material hat seinen eigenen Wert.

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Arbeitsbreite

Die maximal bedruck- oder schneidbare Materialbreite. Übliche Klassen in der Werbetechnik sind 60, 75, 100, 130 und 160 cm; Großformatsysteme gehen bis 320 cm. Die Arbeitsbreite ist kleiner als die Medienbreite, weil Ränder für die Andruckrollen frei bleiben müssen.

B

Banding

Sichtbare Streifenbildung im Druckbild, quer zur Laufrichtung. Ursachen sind meist verstopfte Düsen, ein falscher Vorschub oder ungleichmäßiger Medientransport. Eine Düsenkontrolle vor dem Produktionsstart verhindert die meisten Fälle.

C

CMYK

Das subtraktive Farbmodell aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz — die Grundfarben im Druck. Viele Systeme erweitern es um Light-Farben oder Orange und Grün, um den darstellbaren Farbraum zu vergrößern. Bildschirme arbeiten dagegen mit RGB, weshalb ohne Farbmanagement Abweichungen entstehen.

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D

DPI

Dots per Inch — die Auflösung, mit der ein Drucker Tropfen setzt. Mehr ist nicht automatisch besser: Für Banner aus mehreren Metern Betrachtungsabstand reichen 540 dpi, während Objektdruck auf Werbeartikel 1.200 dpi und mehr verlangt. Höhere Auflösung kostet Geschwindigkeit.

Druckkopf

Das Herzstück jedes Digitaldruckers und sein teuerstes Verschleißteil. Piezo-Druckköpfe erzeugen Tropfen durch mechanische Verformung eines Kristalls. Eingetrocknete Düsen sind die häufigste Störungsursache — regelmäßiger Betrieb schont den Kopf mehr als langes Stillstehen.

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DTF

Direct to Film — Textildruck über einen Zwischenträger: Das Motiv wird auf eine Folie gedruckt, mit Hotmelt-Powder bestreut, ausgehärtet und anschließend mit der Transferpresse auf das Textil übertragen. Der Vorteil gegenüber Direktdruck: keine Vorbehandlung, und nahezu jedes Material ist bedruckbar.

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E

Eco-Solvent

Lösemitteltinte mit deutlich reduziertem Geruch und ohne die aggressiven Lösemittel klassischer Solventtinten. Sie löst die Folienoberfläche leicht an und verankert sich darin — daher die hohe Außenbeständigkeit von mehreren Jahren ohne Laminat. Standard für Fahrzeug- und Außenwerbung.

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Entgittern

Das Ablösen des überflüssigen Folienmaterials rund um den Schnitt, bevor das Motiv übertragen wird. Filigrane Schriften entgittert man am besten frisch geschnitten — je länger die Folie liegt, desto stärker verklebt das Restgitter wieder.

F

FineCut

Mimakis Schneide-Plugin für Adobe Illustrator und CorelDRAW. Es übernimmt Konturschnitt, Registermarken und die Ansteuerung des Plotters direkt aus dem Grafikprogramm — ein Zwischenexport entfällt.

Flachbettplotter

Schneidsystem mit feststehendem, meist vakuumgehaltenem Tisch statt Rollentransport. Verarbeitet steife Materialien wie Karton, Kunststoffplatten oder Magnetfolie, die sich nicht aufrollen lassen, und arbeitet dabei präziser als Rollensysteme.

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Folienschnitt

Das Schneiden von Schriften und Formen aus einfarbiger Folie — die klassische Disziplin der Werbetechnik. Es wird nur die Farbschicht durchtrennt, das Trägerpapier bleibt stehen. Anschließend folgen Entgittern und Übertragung mit Applikationstape.

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H

Hotmelt-Powder

Thermoplastisches Klebepulver für den DTF-Druck. Es wird in die noch nasse Tinte gestreut und im Ofen aufgeschmolzen; beim Pressen verbindet es das Motiv dauerhaft mit dem Textil. Korngröße und Schmelzpunkt bestimmen Waschbeständigkeit und Griff.

I

ICC-Profil

Eine Datei, die das Farbverhalten einer bestimmten Kombination aus Drucker, Tinte und Medium beschreibt. Ohne passendes Profil weicht das Druckergebnis vom Entwurf ab. Für jedes neue Medium gehört ein eigenes Profil erstellt oder vom Hersteller geladen.

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K

Kalander

Beheizte Walzenpresse zur Fixierung von Sublimationsdrucken auf Textil. Temperatur, Anpressdruck und Durchlaufgeschwindigkeit bestimmen gemeinsam, wie farbecht und waschbeständig das Ergebnis wird.

Konturschnitt

Das Schneiden entlang der Kontur eines zuvor gedruckten Motivs. Damit Druck und Schnitt zusammenpassen, liest der Plotter Registermarken optisch ein und korrigiert Verzug des Materials rechnerisch.

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L

Laminieren

Das Aufbringen einer transparenten Schutzfolie auf den Druck. Sie schützt vor UV-Strahlung, Abrieb und Chemikalien und verlängert die Außenhaltbarkeit deutlich. Glänzende Laminate verstärken die Farbtiefe, matte reduzieren Spiegelungen.

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LED-UV

Aushärtung der Tinte durch UV-Licht aus LED-Lampen statt aus Quecksilberdampfstrahlern. Die geringere Wärmeentwicklung erlaubt den Druck auf temperaturempfindliche Materialien, der Stromverbrauch sinkt und die Lampen halten deutlich länger.

UV-Drucker →

M

Mehrbahnigkeit

Die Anzahl der Nutzen, die beim Stanzen oder Schneiden nebeneinander auf einer Bahn liegen. Höhere Mehrbahnigkeit senkt die Stückkosten, verlangt aber mehr Materialbreite und exakte Registerhaltigkeit.

O

OPOS

Optical POSitioning — das Registermarken-System von Summa. Ein Sensor tastet gedruckte Marken ab, wodurch der Plotter Position, Drehung und Verzug des Materials ausgleicht. Ergebnis sind passgenaue Konturschnitte auch bei langen Bahnen.

Summa Schneideplotter →

P

Plotterfolie

Selbstklebende Folie auf Trägerpapier, für den Folienschnitt entwickelt. Monomere Folien sind günstig und für ebene Flächen gedacht, polymere und gegossene Folien lassen sich verformen und eignen sich für Fahrzeugkonturen.

Übertragen wird mit Applikationstape — Klebetechnik bei CHEM-TEC →

Primer

Haftvermittler, der vor dem Druck auf schwierige Untergründe wie Glas, Metall oder bestimmte Kunststoffe aufgetragen wird. Er verbessert die Haftung der UV-Tinte dort, wo sie sonst abplatzen würde.

Print & Cut

Systeme, die drucken und schneiden in einem Gerät vereinen. Das Medium bleibt zwischen beiden Schritten eingelegt, was Rüstzeit spart und Passerprobleme vermeidet — ideal für Aufkleber und Kleinserien.

Print- & Cut-Systeme →

R

Rakel

Handwerkzeug zum blasenfreien Aufbringen von Folie. Härtere Rakel bringen mehr Druck auf ebene Flächen, weichere und gefilzte Varianten schonen empfindliche Oberflächen. Für Fahrzeugkonturen gibt es abgewinkelte Sonderformen.

Restgitter

Das Folienmaterial, das nach dem Schnitt um das Motiv herum stehen bleibt und beim Entgittern entfernt wird. Bei Serienproduktion kann ein automatischer Restgitterabzug die Nacharbeit erheblich verkürzen.

RIP

Raster Image Processor — die Software zwischen Grafik und Drucker. Sie rechnet Vektoren und Bilder in Tropfenmuster um, verwaltet Farbprofile, Tintenmengen und Druckmodi und ist für die Qualität oft entscheidender als die Maschine selbst.

RIP-Software →

S

Schleppmesser

Frei drehbar gelagertes Messer, das sich durch den Zug der Bewegung selbst in die Schnittrichtung ausrichtet. Der Standard für Folienschnitt: einfach, schnell und wartungsarm — an engen Ecken jedoch weniger präzise als ein Tangentialmesser.

Sublimation

Druckverfahren für Polyester: Die Tinte wird zunächst auf Transferpapier gedruckt und unter Hitze in die Gasphase überführt, wo sie sich in der Faser verankert. Das Ergebnis ist absolut griffneutral und sehr waschbeständig — funktioniert aber nur auf Polyester und hellen Untergründen.

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T

Tangentialmesser

Aktiv angesteuertes Messer, das vor jeder Richtungsänderung angehoben und exakt in die neue Richtung gedreht wird. Es schneidet dickere und zähere Materialien sauber und liefert an scharfen Ecken deutlich bessere Ergebnisse als ein Schleppmesser.

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Transferpresse

Beheizte Presse, die Motive unter Druck und Temperatur auf Textilien oder Objekte überträgt. Zeit, Temperatur und Anpressdruck müssen zum jeweiligen Transfermedium passen — die drei Werte gehören zu jedem Materialdatenblatt.

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W

Weißdruck

Der Druck einer deckenden weißen Schicht — auf transparenten oder dunklen Materialien unverzichtbar. Als Unterdruck sorgt Weiß für Farbbrillanz, als Überdruck für Blickdichtigkeit; in Kombination entstehen Tag-/Nacht-Effekte für hinterleuchtete Werbung.

Werkzeugplotter

Flachbettsystem, das statt eines einzelnen Messers wechselbare Werkzeuge führt — Fräser, Rillrad, Ritzmesser oder Stift. Damit lassen sich Verpackungen, Displays und Modellbau in einem Durchgang schneiden, rillen und gravieren.

Wrapping

Die vollflächige Beklebung eines Fahrzeugs mit verformbarer Gussfolie. Anspruchsvoll sind Sicken, Griffmulden und Rundungen, die mit Wärme geformt werden. Hochwertige Wrapping-Folien lassen sich später rückstandsfrei entfernen.

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